Kolikartige Flankenschmerzen können sich für Patienten zu extrem starken Schmerzzuständen verstärken. Typisch für eine Kolik sind der plötzliche Beginn,der wechselnde Schmerzcharakter und der lagerungsunabhängige Schmerz. Häufigste Ursache für eine sogenannte Nierenkolik ist ein Nieren- oder Harnleiterstein, der in den Harnleiter wandert. Mit einer Ultraschalluntersuchung und einer Röntgenaufnahme kann die Größe und Lokalisation des Steines diagnostiziert werden, wonach der Urologe über die notwendige Therapie entscheidet.  Alternativ wird oft ein low-dose-CT (Computertomographie) – vor allem bei Kontrastmittelallergien oder erhöhten Nierenwerten im Blut durchgeführt.

Auf natürlichem Wege kann ein Nierenstein nur über den Harnleiter durch die Harnblase den Körper verlassen. Bei einem Einklemmen des Steins im Harnleiter kann auch eine Harnstauung ausgelöst werden. Bei länger bestehender Harnstauung mit Harnwegsinfektion kann es zu einer Urosepsis (lebensgefährlicher Allgemeininfektion des Körpers) und zu bleibenden Nierenschäden kommen, so dass eine urologische Untersuchung bei Flankenschmerzen immer und sofort notwendig ist.

Auch das Abklingen der kolikartigen Schmerzen ist nicht immer ein Zeichen einer „Besserung“, da auch in diesen Situationen weiterhin eine Harnstauung vorliegen kann. Auch eine Vielzahl weiterer urologischer und nicht-urologischer Krankheiten können kolikartige Schmerzen auslösen, wie zum Beispiel Nierenbeckenabgangsverengungen, Gallensteine oder Rückenschmerzen durch Bandscheibenvorfälle.