Die Niere dient dem Körper einerseits zum Flüssigkeitsausgleich und zur Entgiftung, andererseits wird durch die Nierenfunktion auch der Knochenstoffwechsel, die Bildung der roten Blutkörperchen und der Blutdruck beeinflusst.

  • Symptome

    Die Folgen einer Niereninsuffizienz (verminderte oder fehlende Nierenfunktion) sind vielfältig : Flüssigkeitseinlagerungen mit Luftnot und verschlechterter Herzfunktion, Ansammlung von körpereignen Abbauprodukten (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure) einhergehend mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Hirnleistungsstörungen, Blutarmut, erhöhter Blutdruck, Osteoporose, intra- und extrazelluläre Verschiebungen der Blutsalze, die zu Herzrhythmusstörungen führen können.
    Bei Kindern, die sich in der Wachstumsphase befinden, führt das Nierenversagen zwangsläufig zu speziellen Problemen wie Störungen des Wachstums und der Knochenbildung. Daher sollten Kinder mit Nierenerkrankungen unbedingt und möglichst frühzeitig in speziellen kindernephrologischen Zentren behandelt werden.

    Die terminale Niereninsuffizienz (das sog. endgültige Nierenversagen) kann in jedem Lebensalter auftreten und bedeutet für die betroffenen Patienten eine einschneidende Lebensveränderung: Denn unbehandelt kann der Verlust der Nierenfunktion nicht dauerhaft überlebt werden, andererseits werden die Patienten abhängig von der Dialyse bzw. warten auf eine Nierentransplantation.

  • Ursachen

    Die Ursachen für ein Nierenversagen sind vielfältig. Neben vererbbaren Erkrankungen können Stoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Erkrankungen des Immunsystems , chronische Nierenentzündungen und Fehlbildungen, Steine, Tumore im Bereich der Harnwege zum Nierenversagen führen. Alle Ursachen, die mit  Abflußstörungen aus den Nieren und den ableitenden Harnwegen einhergehen (postrenale Ursachen einer Niereninsuffizienz) werden dem Urologen zur Therapie zugeführt.

  • Therapie

    Zur Therapie der fehlenden Nierenfunktion, um den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren und den Körper zu entgiften, ist die Hämodialyse (sog. Blutwäsche) notwendig. Hierzu wird operativ ein Shunt hergestellt, d.h. eine Arterie und Vene am Unterarm werden miteinander verbunden. Die Dialysebehandlung wird üblicherweise 3-mal wöchentlich jeweils bis zu 4 h lang ambulant in einer nephrologischen Praxis oder in einer neprhologischen Krankenhaus-Abteilung durch Nierenspezialisten (Nephrologen) durchgeführt.
    Ausserdem wird mit Hormonen und Vitamingaben die Anämie (Blutarmut) bekämpft und der Knochenstoffwechsel reguliert. Ausserdem ist die Kontrolle und Behandlung des Bluthochdrucks notwendig.

    Eine Alternative zur Hämödialyse (Blutwäsche) ist die Peritonealdialyse über das Bauchfell.
    Hierzu wird operativ ein spezieller Schlauch in den Bauchraum eingelegt und nach außen geleitet. Über diesen Schlauch muss nun mehrmals täglich oder mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung auch während der Nacht eine spezielle Flüssigkeit in den Bauchraum eingebracht werden. Die in dieser Flüssigkeit angesammelten Giftstoffe können dann mehrfach täglich durch den Patienten selbst ausgetauscht werden.

    Die beste Therapie bei fehlender Nierenfunktion ist jedoch der Organersatz mit einem Spenderorgan, die Transplantation der Niere eines lebenden oder verstorbenen Organspenders.

    Das Prinzip der Nierentransplantation:
    Die Niere eines lebenden oder verstorbenen Spenders wird operativ an das Kreislaufsystem (Arterien und Venen) des Empfängers angeschlossen und der Harnleiter der transplantierten Niere – wenn möglich – in die Blase des Organempfängers eingepflanzt. Dabei liegt das Transplantat hinter der Beckenschaufel. Nach Funktionsaufnahme produziert die transplantierte Niere Urin und kann die Blutbildung, den Blutdruck und den Knochenstoffwechsel ausgleichen.

    Die eigenen Nieren des Transplantierten werden in der Regel nicht entfernt, nur in Ausnahmefällen, z.B. bei besonders großen Cystennieren, häufigen Nierenentzündungen oder bei Nieren-bedingtem Bluthochdruck müssen auch die eigenen Nieren des Transplantatempfängers entfernt werden.

    „Schlüssellochchirurgie“ auch bei Transplantationen:
    An speziellen Operationszentrenm können mittlerweile die ehemals großen Schnittoperationen mit großen Bauchschnitten durch die endoskopisch-laparoskopische Operationen („Schlüssellochchirurgie“) ersetzt werden. Dabei erfolgt die Entnahme der Spender-Nieren für die Transplantation laparaskopisch : Der Nierenspender hat nur 4 kleine (bis zu 1cm lange) Schnitte und einen Schnitt von 5 bis 6 cm Länge im Vergleich zu einem sonst üblichen bis zu 25 cm langen Bauchschnitt. Für den Spender entstehen somit weniger Schmerzen, kleinere Narben und der Krankenhausaufenthalt wie auch der Arbeitsausfall verkürzen sich hierdurch. Die Organfunktion der laparaskopisch entnommenen Niere ist für den Empfänger gleich gut.

    TRANSPLANTAIONSZENTRUM LMU MÜNCHEN (GROSSHADERN)

    NEPHROCARE STARNBERG